Recyclingmaterial „Made in Europe”? Digitale Etiketten gewinnen an Bedeutung

Die europäische Kreislaufwirtschaft steht vor einer neuen Herausforderung. Es kommt nicht nur darauf an, ob Abfälle recycelt wurden, sondern auch darauf, wo und wie dieser Prozess durchgeführt wird. Die Vorschriften für den Export von Abfällen werden immer strenger. Auch die Anforderungen an die Verwendung von Sekundärrohstoffen steigen. Infolgedessen gewinnt das Konzept des Recyclats „Made in Europe” zunehmend an Bedeutung.
Herausforderungen im Zusammenhang mit dem globalen Abfallkreislauf
Vertreter der Recyclingbranche weisen darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Abfälle, die die Europäische Union verlassen wird zur Weiterverarbeitung ins Ausland gebracht. Anschließend kehrt das Material als vollwertiges Rezyklat auf den Markt zurück. Obwohl dieses Modell jahrelang funktioniert hat, kommen zunehmend Zweifel hinsichtlich der Transparenz der Prozesse, der Qualität der Rohstoffe und der Möglichkeit einer wirksamen Überprüfung der angegebenen Materialparameter auf.

Gleichzeitig warnen europäische Recyclingunternehmen, dass der Wettbewerb durch billigere importierte Recyclingprodukte die Rentabilität von Investitionen in lokale Abfallverwertungsanlagen beeinträchtigen könnte. Infolgedessen geht die Diskussion um die Kreislaufwirtschaft „Made in Europe” mittlerweile über Umweltfragen hinaus und umfasst auch die Rohstoffsicherheit sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.
Digitale Rückverfolgbarkeit als Schlüssel zur Transparenz
In diesem Zusammenhang gewinnen Instrumente, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit des Flusses von Abfällen und Sekundärrohstoffen ermöglichen, besondere Bedeutung. Digitale Überwachungssysteme wie DIWASS ermöglichen die Erstellung einer detaillierten Rückverfolgbarkeitskette für Abfallströme. Diese dokumentiert den Weg des Materials vom Entstehungsort bis zum Verwertungs- oder Recyclingprozess.

Die Einführung des DIWASS-Systems bedeutet für Transport- und Logistikunternehmen eine Revolution, die mit der Umsetzung des Mobilitätspakets vergleichbar ist. Jeder Transportversuch ohne den von der Plattform generierten eindeutigen digitalen Code wird von den Straßenkontrollbehörden automatisch als illegale Abfallbeförderung eingestuft. In der Praxis bedeutet dies das Risiko schwerwiegender Bußgelder in Höhe von bis zu Hunderttausenden Zloty und in Extremfällen die Beschlagnahmung der Ladung samt Fahrzeug sowie die strafrechtliche Verfolgung der Unternehmensleitung.
Die Zukunft des Marktes für Sekundärrohstoffe
Die genannten Lösungen können in Zukunft dazu beitragen, die Herkunft von Sekundärrohstoffen nachzuweisen. Sie können zudem zur Umsetzung der europäischen Ziele der Kreislaufwirtschaft beitragen. In der Praxis ist die digitale Rückverfolgbarkeit nicht mehr nur ein rein administratives Instrument. Sie wird zunehmend zu einem strategischen Bestandteil des modernen Marktes für Sekundärrohstoffe.






